20 Februar 2008
Wie unter anderem die Wirtschaftswoche und Spiegel Online berichten, ist dem Kinderhilfswerk Unicef das Spendensiegel aberkannt worden.
Gründe seien unter anderem, dass Unicef an mehrere Spendenwerber Provisionen gezahlt, dies aber immer verneint habe. Außerdem gebe es weitere Mängel im Auskunftsverhalten, teilte das DZI heute mit (zur Pressemitteilung).
Was das Spendensiegel genau ist und wer es nach welchen Kriterien bekommen kann und schon bekommen hat, kann hier nachgelesen werden.
Kommentar schreiben » |
Menschen, aktuelles, notiert | Mit Tag(s) versehen: DZI, Spendensiegel, Unicef |
Permalink
Verfasst von gutmenschblog
14 Februar 2008
Jährlich werden nach Schätzungen der UNICEF 2-3 Millionen Mädchen beschnitten, das sind mindestens 6000 täglich. Beschneidung heißt, dass jungen Mädchen, teilweise sind es noch Säuglinge, ohne Betäubung mit Rasierklingen, Glasscherben, Messern, Deckel von Konservendosen manchmal sogar Zähnen oder Fingernägeln (!) die Klitoris, die inneren und äußeren Schamlippen und Teile der Vagina entfernt werden. Diese wird am Ende oft vernäht. Vorgenommen werden Beschneidungen oder besser: Verstümmelungen in der Regel von Frauen.
Die körperlichen und psychischen Folgen für die Betroffenen sind enorm. Unmittelbar während und nach dem Eingriff kann es zu schweren Blutungen und Entzündungen kommen, immer kann eine Verstümmelung auch den Tod des Mädchens bedeuten. Dazu kommen Blasenentzündungen, Blutvergiftungen, Infektionen mit Hepatitis oder HIV, schmerzhaft vernarbtes Gewebe, Schmerzen beim Urinieren, Unfruchtbarkeit. Oft kann das Menstruationsblut nicht richtig abfließen und staut sich in der Bauchhöhle. Von der Unfähigkeit, jemals Spaß am Sex zu empfinden bzw. überhaupt schmerzfreien Sex zu haben und anderen psychischen und physischen Folgen, die dieser Anschlag auf den Körper der Frau zur Folge hat gar nicht zu reden.
Die Gründe für die weibliche Genitalverstümmelung sind weitreichend, von Tradition über falsche medizinische Vorstellungen über ästhetische Wünsche bis hin zu natürlich dem Wunsch, die „Reinheit“ der Frau zu garantieren, Frauen zu kontrollieren und ihre sexuelle Selbstbestimmung zu unterbinden.
Dieses Vorgehen ist bis heute in Staaten im westlichen und nordöstlichen Afrika verbreitet, auch wenn verschiedene Länder wie Ägypten, Senegal oder Togo versuchen, mit Verboten den Verstümmelungen Einhalt zu gebieten. Leider werden diese Gesetze nicht konsequent durchgesetzt. Auch in westlichen Einwanderungsländern wird beschnitten, in Staaten der EU gilt die weibliche Genitalverstümmelung als schwere Körperverletzung und steht unter Strafe.
Es gibt viele Versuche, mit Kampagnen und Aufklärung die Bevölkerung zu erreichen, Mädchen vor einer Verstümmelung ihrer Genitalien zu bewahren. Eines davon ist das Terres des Femmes Projekt Bangr-Nooma („Es gibt nichts besseres als Wissen“). Bangr-Nooma Burkina Faso aktiv und konnte dort in den letzten Jahren durch seine Aufklärungskampagne 22.000 Mädchen vor einer Verstümmelung bewahren. Seit dem 6. Februar (und noch bis zum 8. März) reist das Projekt durch Deutschland und stellt sich vor. Dabei ist die Filmemacherin Ulrike Sülze, die die Bangr-Nooma Mitarbeiterinnen vor Ort bei ihrer Arbeit begleitet und diese in einem Film festgehalten hat. Im Anschluss an die Filmvorführung berichten die die Aktivistinnen von ihrer Arbeit. Ob und wann Bangr-Nomma auch in Ihrer Nähe ist, können Sie hier sehen.
1 Kommentar |
Hingehen!, Menschen, notiert | Mit Tag(s) versehen: Bangr-Nooma, Beschneidung, Frauen, Frauenrechte, Mädchen, Terres des Femmes, Unicef, Verstümmelung |
Permalink
Verfasst von gutmenschblog
12 Februar 2008
Heute vor sechs Jahren, am 12. Februar 2002 wurde gemäß der UN-Kinderrechtskonventionen der Einsatz von Kindersoldaten verboten.
Das hat leider an der Tatsache, dass weltweit 250.000 bis 300.000 Kinder für die Kriege der Erwachsenen im Einsatz sind („Kinder“ sind alle Kämpfer unter 18 Jahren), so gut wie nichts verändert.
Meist werden sie zwangsrekrutiert, manche werde mit falschen Versprechungen gelockt oder melden sich freiwillig, weil sie den Tod eines Angehörigen rächen wollen. Gewalt und Töten sind oft die einzige Sprache, die sie kennen, denn viele Kindersoldaten sind mit Kämpfen und Zerstörung groß geworden. Allen ist der feste Platz in der Infrastruktur des Krieges gemeinsam.
Besonders skandalös im Anbetracht des Leidens der vielen tausend Kindersoldaten ist die Tatsache, dass diese in Deutschland als „Fahnenflüchtige ohne politische Verfolgung“ gesehen werden und somit nur wenig Chancen auf die Gewährung von Asyl durch die Bundesrepublik haben.
Um auf die Not der Kindersoldaten aufmerksam zu machen findet jedes Jahr am 12. Februar der weltweite Red-Hand-Day statt. Ins Leben gerufen hat diesen die Coalition to Stop the Use of Child Soldiers, ein Zusammenschluss von zehn Nichtregierungsorganisationen, unter ihnen Terres des Hommes, Unicef oder Amnesty International.
Um der Forderung nach einer Sanktionierung der Verstöße gegen das Kindersoldatenverbot Nachdruck zu verleihen, haben sich die Organisatoren dieses Jahr eine ganz besondere Aktion ausgedacht:
Alle Unterstützer sind aufgerufen, Ihre ganz persönliche Botschaft an die UN auf ein Blatt Papier zu schreiben, dazu Ihren Namen und Ihre Stadt. Anschließend setzen sie den Abdruck Ihrer Hand mit roter Farbe unter den Text um so Ihrem Protest noch mehr Nachdruck zu verleihen (Materialen können, falls nicht zur Hand, hier bestellt werden) und schicken Ihre Rote Hand und am besten die Ihrer Familie, Ihrer Nachbarn oder Arbeitskollegen zusätzlich wieder zurück an die Organisatoren.
Heute in einem Jahr sollen den UN-Politikern in New York eine Million rote Hände übergeben werden!
Kommentar schreiben » |
Machen!, Menschen, notiert | Mit Tag(s) versehen: Aktion Rote Hand, Coalition to Stop the Use of Child Soldiers, Kindersoldaten, Red Hand Day, Terres des Hommes, UN |
Permalink
Verfasst von gutmenschblog
11 Februar 2008
Alle 45 Minuten erkrankt in Deutschland ein Mensch an Leukämie. Für die meisten von ihnen ist eine Stammzellenspende die einzige Überlebenschance.
Die DKMS (Deutsche Knochenmarkspenderdatei gemeinnützige Gesellschaft mbH, gegründet 1991) hat es sich zur Aufgabe gemacht, diese Erkrankten bei der Suche nach ihrem „Zwilling“ zu unterstützen.
War eine Registrierung früher noch mit einer Blutentnahme verbunden, so kann man sich heute ganz bequem von zu Hause aus per Wangenabstrich in die Spenderdatei aufnehmen lassen. Wattestäbchen, Röhrchen und Infomaterial schickt die DKMS in bis zu fünffacher Ausfertigung zu.
Die Typisierung der Probe kostet 50€, die DKMS freut sich über jeden Spender, der diesen Beitrag selbst trägt. Für wen dies nicht möglich ist, übernimmt die DKMS die Kosten. So ist die Gesellschaft immer auch auf Geldspenden angewiesen.
(PS.: Auch im Bereich der Spende selbst hat sich einiges getan. In vielen Fällen ist es nicht mehr nötig, unter Vollnarkose Knochenmark zu entnehmen, sondern es erfolgt eine so genannte Entnahme peripherer Stammzellen aus dem Blut. Diesen Vorgang und andere Fragen klären die FAQ der Gesellschaft bzw. die diversen Infobroschüren die auf der Seite zum Download bereit gestellt sind.)
Kommentar schreiben » |
Machen!, Menschen, notiert | Mit Tag(s) versehen: dkms, Knochenmark, Leukämie, Spende |
Permalink
Verfasst von gutmenschblog
8 Februar 2008
Bei allen Querelen und Schlagzeilen um Unicef Deutschland derzeit stolpert der geneigte Leser immer wieder über eine Frage: Soll Unicef das Spendensiegel aberkannt werden? Doch was ist genau ist dieses Siegel, wer vergibt es und wer bekommt es eigentlich? Und warum?
Der Gutmenschblog erklärt heute:
Das Spendensiegel
Das Spendensiegel wird vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) an gemeinnützige Organisationen vergeben. Das DZI ist eine Nichtregierungsorganisation, die 1893 gegründet wurde und ihren Sitz in Berlin hat. Das Siegel selbst gibt es seit 1991.
Das Siegel soll Seriosität und Transparenz garantieren. Außerdem soll es zur Vergleichbarkeit von Organisationen beitragen, Vertrauen fördern und so die Hilfsbereitschaft der Menschen erhalten. Die Initiative zum Erhalt des Siegels geht von den jeweiligen Organisationen aus. Die Ziele sind sowohl Spender- wie auch Spendenschutz. Nach Vergabe gilt das Siegel ein Jahr. Zu bemängeln ist, dass die relativ hohen Kosten für das Siegel (so wird bei Erstanträgen eine Gebühr von mindestens 1,500 € erhoben) für kleinere Organisationen faktisch nicht tragbar sind.
Zu den Kriterien bei der Vergabe des Siegels gehören:
- „wahre, eindeutige und sachliche Werbung in Wort und Bild“
das heißt unter anderem auch, dass Werbung bei der Darstellung von Not und Elend immer die Würde des Dargestellten zu wahren hat und Organisationen, die in unangemessener Weise auf „die Tränendrüse drücken“ und den potentiellen Spender somit emotional unter Druck setzen das Siegel nicht erhalten.
Weitere Kriterien sind zum Beispiel
- Die „nachprüfbare, sparsame und satzungsgemäße Verwendung der Mittel unter Beachtung der einschlägigen steuerrechtlichen Vorschriften“
- eine „eindeutige und nachvollziehbare Rechnungslegung“
oder
- „grundsätzlich keine Prämien, Provisionen oder Erfolgsbeteiligungen für die Vermittlung von Spenden“.
Auf der Seite des DZI gibt es neben einer vollständigen Übersicht der aktuellen Siegelträger viele nützliche Tipps für alle, die auch ohne zu wissen, ob eine Organisation das Siegel trägt gerne ein Gespür für die Seriosität der Spende entwickeln würden. So gibt es unter anderem „die sieben wichtigsten Tipps für Spender“, wissenswertes zur Altkleidersammlung bzw. generell zu Sachspenden oder Informationen zu den verschiedenen Patenschaftsmodellen oder der Frage, was von der Spende wirklich ankommt.
So weißt das DZI unter anderem darauf hin, dass jede Organisation Verwaltungs-, Werbe- und andere Kosten hat. Versprechungen wie „jeder Cent kommt bei den Betroffenen an“ sind also grundsätzlich erstmal als unseriös einzustufen.
Insgesamt wird eines klar: Spende ist definitiv nicht gleich Spende. Informieren Sie sich, bevor Ihr Geld in irgendwelchen dubiosen Kanälen verschwindet und keinem mehr hilft.
1 Kommentar |
Menschen, aktuelles, notiert | Mit Tag(s) versehen: Altkleidersammlung, DZI, Patenschaft, Spenden, Spendensiegel, Unicef |
Permalink
Verfasst von gutmenschblog
7 Februar 2008
Wie die Nachrichtenagentur AP vorgestern meldete, hat Japan den Walfang im Eismeer wieder aufgenommen.
Die Japaner hatten im November angekündigt, über 800 Wale zu töten.
In die Kritik war dieses Vorhaben vor allem deswegen geraten, weil auch das seit 44 Jahren geltende Fangverbot für die als gefährdet eingestuften Buckelwale wieder aufgehoben wurde.
Tierschützer, allen voran Greenpeace und die Sea Shepherd Conservation Society, hatten zum Protest aufgerufen. So wurde eine Prämie geboten, um die genauen Positionen des Walfängers zu erfahren. Während Greenpeace friedliche Proteste plante, hatte Sea Shepherd angekündigt, Schiffe der Walfangflotte zu rammen.
Daraufhin hatte Japan den Fang vorerst eingestellt, will diesen aber, da „keine ernsthaften Störungen mehr von Seiten der Umweltaktivisten zu befürchten seien“ (wie Quellen aus dem Fischereiministerium verlauten) nun wieder aufnehmen.
Die Australische Regierung verschärft gleichzeitig ihre Kampagne gegen den Walfang. Nachdem das Land schon seine Häfen für die Fangflotten gesperrt hatte, veröffentlichte die australische Regierung trotz großen Protests von japanischer Seite heute grausame Bilder eines getöteten Zwergwals und seines Jungen, die australische Zollschiffe aufgenommen haben. Australien will nun nicht mehr nur diplomatisch, sondern auch juristisch gegen Japan vorgehen. Noch sei aber unklar, welches Gericht angerufen werden müsse.
Japan darf trotz eines Moratoriums jährlich 1000 Wale zu Forschungszwecken töten. Tierschützer bezweifeln allerdings den wissenschaftlichen Nutzen des Walfangs und werfen Japan ausschließlich kommerzielle Interessen vor („Die “Forschungsobjekte” werden noch auf hoher See im Fabrikschiff zu handelsfreundlichen Paketen zerlegt und verpackt und tauchen später in japanischen Gourmetshops und Edelrestaurants auf.“) . Neben dem Forschungsinteresse argumentiert Japan außerdem unter anderem damit, dass Walfleisch kulturell bedingt in Japan zur Alltagsernährung gehört. Dem widerspricht, dass nur noch 4% der Japaner angeben, regelmäßig Walfleisch zu essen, 53% der Japaner haben seit ihrer Kindheit kein Walfleisch mehr gegessen. Da der Kilopreis für Walfleisch bis zu 300 Euro betragen kann, ist es also eher als Luxusspeise denn als „normales Nahrungsmittel“ einzuordnen.
Kommentar schreiben » |
Tiere, aktuelles, notiert | Mit Tag(s) versehen: Australien, Buckelwal, Greenpeace, Japan, Sea Shepherd Conservation Society, Walfang, Walfleisch |
Permalink
Verfasst von gutmenschblog
6 Februar 2008
So das Motto der Gegendemontration zum Nazi-Aufmarsch in Dresden. Aber der Reihe nach:
Warum marschieren die Nazis?
Aus Anlass der Bombadierung Dresdens. Vom 13. bis 15. Februar 1945 wurde die Stadt in vier Angriffswellen schwer beschädigt, 25.000 – 40.000 Menschen starben, neben großen Teilen der Innenstadt wurden auch die Intrastruktur fast komplett zerstört.
Neue (und alte) Nazionalsozialisten nutzen schon seit Jahren dieses Datum, um “der Opfer des aliierten Bombenterrors” zu gedenken. Konkret sollen sowohl am 13. wie am 16. Februar “Trauermärsche” der Nazis stattfinden.
Und was kann ich dagegen tun?
Unter dem Slogan “Gemeinsam bockieren – Den Nazis keinen Zentimeter” haben sich Politiker/-innen, Gewerkschaften und linke Gruppen und Initiativen zusammen geschlossen um die Aufmärsche am besten zu verhindern, mindestens aber erheblich zu stören.
Alle die Zeit haben sind aufgerufen, sich den Nazis in den Weg zu setzen!
Kommentar schreiben » |
Hingehen!, Menschen, notiert | Mit Tag(s) versehen: Demo, Dresden, Hingehen!, Nazis, Neo-Nazis |
Permalink
Verfasst von gutmenschblog
4 Februar 2008
Ganz einfach mit einem Mausklick ein Projekt in den Entwicklungsländern direkt unterstützen. Einfacher geht’s wirklich nicht mehr. Kiva.org bietet genau diese Möglichkeit.
Auf der Seite präsentieren die potentiellen Kreditnehmer sich und ihre Geschäftidee.
Per PayPal können Unterstützer aus der ganzen Welt zinslose Mikrokredite zwischen 25 und 200 Dollar an eine Idee vergeben, die sie gerne unterstützen möchten. Zurück gezahlt wird in den nächsten 12 Monaten.
Kritiker bemängeln allerdings, dass die Geber nicht investieren, sondern weiterhin spenden und somit die Abhängigkeit der „dritten“ von der „ersten“ Welt weiter zementiert wird.
Doch trotz aller Kritik:
kiva.org ist einen Klick wert!
Kommentar schreiben » |
Machen!, Menschen, notiert | Mit Tag(s) versehen: Entwicklungsländer, kiva.org, Mikrokredit |
Permalink
Verfasst von gutmenschblog