Der Gutmenschblog erklärt: Das Spendensiegel

Bei allen Querelen und Schlagzeilen um Unicef Deutschland derzeit stolpert der geneigte Leser immer wieder über eine Frage: Soll Unicef das Spendensiegel aberkannt werden? Doch was ist genau ist dieses Siegel, wer vergibt es und wer bekommt es eigentlich? Und warum?

Der Gutmenschblog erklärt heute:

Das Spendensiegel

Das Spendensiegel wird vom Deutschen Zentralinstitut für soziale Fragen (DZI) an gemeinnützige Organisationen vergeben. Das DZI ist eine Nichtregierungsorganisation, die 1893 gegründet wurde und ihren Sitz in Berlin hat. Das Siegel selbst gibt es seit 1991.

Das Siegel soll Seriosität und Transparenz garantieren. Außerdem soll es zur Vergleichbarkeit von Organisationen beitragen, Vertrauen fördern und so die Hilfsbereitschaft der Menschen erhalten. Die Initiative zum Erhalt des Siegels geht von den jeweiligen Organisationen aus. Die Ziele sind sowohl Spender- wie auch Spendenschutz. Nach Vergabe gilt das Siegel ein Jahr. Zu bemängeln ist, dass die relativ hohen Kosten für das Siegel (so wird bei Erstanträgen eine Gebühr von mindestens 1,500 € erhoben) für kleinere Organisationen faktisch nicht tragbar sind.

Zu den Kriterien bei der Vergabe des Siegels gehören:

  • wahre, eindeutige und sachliche Werbung in Wort und Bild“

    das heißt unter anderem auch, dass Werbung bei der Darstellung von Not und Elend immer die Würde des Dargestellten zu wahren hat und Organisationen, die in unangemessener Weise auf „die Tränendrüse drücken“ und den potentiellen Spender somit emotional unter Druck setzen das Siegel nicht erhalten.

    Weitere Kriterien sind zum Beispiel

    • Die „nachprüfbare, sparsame und satzungsgemäße Verwendung der Mittel unter Beachtung der einschlägigen steuerrechtlichen Vorschriften“
    • eine „eindeutige und nachvollziehbare Rechnungslegung“

    oder

    • „grundsätzlich keine Prämien, Provisionen oder Erfolgsbeteiligungen für die Vermittlung von Spenden“.

    Auf der Seite des DZI gibt es neben einer vollständigen Übersicht der aktuellen Siegelträger viele nützliche Tipps für alle, die auch ohne zu wissen, ob eine Organisation das Siegel trägt gerne ein Gespür für die Seriosität der Spende entwickeln würden. So gibt es unter anderem „die sieben wichtigsten Tipps für Spender“, wissenswertes zur Altkleidersammlung bzw. generell zu Sachspenden oder Informationen zu den verschiedenen Patenschaftsmodellen oder der Frage, was von der Spende wirklich ankommt.

    So weißt das DZI unter anderem darauf hin, dass jede Organisation Verwaltungs-, Werbe- und andere Kosten hat. Versprechungen wie „jeder Cent kommt bei den Betroffenen an“ sind also grundsätzlich erstmal als unseriös einzustufen.

    Insgesamt wird eines klar: Spende ist definitiv nicht gleich Spende. Informieren Sie sich, bevor Ihr Geld in irgendwelchen dubiosen Kanälen verschwindet und keinem mehr hilft.

    Eine Antwort zu “Der Gutmenschblog erklärt: Das Spendensiegel”

    1. Nachtrag « Der Gutmenschblog sagt:

      [...] genau ist und wer es nach welchen Kriterien bekommen kann und schon bekommen hat, kann hier nachgelesen [...]

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